Halle (Saale): Aufmarsch der „Identitären Bewegung“ (20.07.2019)

Für 20. Juli mobilisierte die „Identitäre Bewegung Deutschland“ (IBD) zu einem Straßenfest vor ihrem Hausprojekt in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt). Das Haus ist gleichzeitig Wohnhaus mehrere Aktivist_innen und aktivistisches Zentrum. Es stellt damit eine zentrale Infrastruktur für die neofaschistische Gruppe dar. Rechtsextreme aus ganz Deutschland, sowie unter anderem auch aus Dänemark, Irland und Österreich nahmen an dem Fest, das als politische Kundgebung polizeilich angemeldet war, teil.

Zusätzlich hatte die Gruppe eine Kundgebung am Bahnhof angemeldet. Der ursprüngliche Plan sah vor, dass ein Demonstrationszug vom Vorplatz des Hauptbahnhofs zum Hausprojekt führen soll, um im Anschluss das Straßenfest zu starten. Das wurde jedoch bald aufgrund der ungleich größeren antifaschistischen Mobilisierung verworfen. Im weiteren Verlauf versuchte eine Gruppe bayrischer und österreichischer „Identitärer“ über Stunden, doch noch eine spontane Demonstration durchzuführen, was jedoch sowohl durch Antifaschist_innen blockiert, als auch durch die Polizei nicht erlaubt wurde.

Das Haus in der Adam-Kuckhoff-Straße 16 war den gesamten Tag über zu allen Seiten mit Tretgittern und einem Sicherheitsbereich abgeriegelt, der Zugang wurde polizeilich geregelt. Vor dem Haus fanden sich fluktuierend etwa 150 bis höchstens 200 Unterstützer_innen der rechtsextremen Gruppe ein. Zwischenzeitlich heizte sich die Stimmung auf, die Kader hatten sichtlich ihre Mühe, die Aktivist_innen unter Kontrolle zu halten. Von Stunde zu Stunde stieg die Unzufriedenheit, dass eine Demonstration immer unwahrscheinlicher wurde, beschwichtigende Reden und künstlerische Einlagen vermochten daran wenig zu ändern. Der Umstand, dass seit Mittag in Haus Bier ausgeschenkt wurde, trug sein übriges dazu bei. Die Kundgebung ging bis etwa 22:30. Die letzte Dreiviertelstunde geprägt von Starkregen, Gewitter und zunehmend auch den Auswirkungen des Bierkonsums. So begann eine Gruppe von Männern ihre T-Shirts auszuziehen und Pogo zu tanzen, wobei die ein oder andere Person zu Boden ging. Kader der Gruppe setzten dem – wohl in Bedacht auf die Außenwirkung – rasch ein Ende.

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