Marsch der Patrioten (26.10.2019)

Am 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, fand in der Wiener Innenstadt unter dem Namen „Marsch der Patrioten“ eine rechtsextreme Kundgebung, gefolgt von einer kurzen Demonstrationsroute, statt. Organisiert wurde die Demonstration vom rechtsextremen „Verein Okzident“. Es nahmen etwa 100 Personen teil.

Unter den Teilnehmer*innen befanden sich zahlreiche „Identitäre“ aus Wien und Niederösterreich, Mitglieder der „ÖXIT-Plattform“, „Pro Chemnitz“ sowie von deutschen PEGIDA-Ablegern.
Während der Standkundgebung wurden mehrere Redebeiträge gehalten: Die Redner*innen waren Georg Immanuel Nagel (Verein Okzident), Inge Rauscher (ÖXIT-Plattform), Gregor Zakrajsek (Waffenrechtler), Dorothea Hohner (PEGIDA München), Christian Zeitz (Wiener Akademikerbund). Auffällig war außerdem die Teilnahme eines Mannes in Bundesheer-Uniform samt Namensschild. Er trug die Abzeichen des K XXI, der als heeresrelevanter Verein vom Bundesheer die Erlaubnis zum Tragen der Uniform verliehen bekommen hat. Der Name stimmt überdies mit dem eines ehemaligen Funktionär der „Nationalen Volkspartei“ (NVP) (lt. Vereinsregister d. J. 2011) überein und taucht im Zusammenhang mit dem Südtirolterrorismus der 1960erJahre auf.

Die Demonstration wurde während der Route von Passant*innen, Tourist*innen und aus Gastgärten mit lautstarker Kritik begleitet und endete nach kaum einer halben Stunde am Hohen Markt.

Zitate aus den gehaltenen Reden

„Wir brauchen den Schuldkult nicht, denn wir dürfen stolz sein auf unser Land und auf unsere Geschichte“

Georg Immanuel Nagel (Verein Okzident)

„Ich bin ja ein Zeitzeuge, ich habe das Jahr ’45 erlebt und hab auch erlebt, wie Österreich zugrunde gegangen ist. Ich muss ehrlich sagen, ich war damals ein Kind, ein Schulkind und ich hab damals also doch das Gefühl gehabt, wir haben den Krieg verloren, wir hatten den Krieg verloren, weil wir waren nicht befreit sondern besetzt und die Besetzung hat erst ’55 aufgehört. So war die Geschichte nämlich.“

Gregor Zakrajsek (Waffenrechtler)

„Die Bundeskanzlerin ist bei uns eine Marionette die von Außen gesteuert wird, zumindest in Deutschland. Und im Interesse fremder Mächte handelt.“

Dorothea Hohner (PEGIDA München)

„Wiener Freunde: wir haben ein Vaterland und eine Muttersprache, wir sind ein Volk.“

Dorothea Hohner (PEGIDA München)

„Leute die nicht österreichische Staatsbürger sind oder keine autochtonen Österreicher sind, überproportional an kriminellen Aktivitäten unterschiedlichster Form beteiligt sind.“

Christian Zeitz (Wiener Akademikerbund)