Wien: Solidaritätskundgebung mit den Menschen in Quarantäne in der Messe Wien (10.05.2020)

Am 10.05.2020 veranstalteten die Organisationen „Wiener Vernetzung gegen Abschiebungen“ sowie „Crossboder Solidarity“ eine Standkundgebung vor der Halle C der Messe Wien. Die Veranstaltung richtete sich gegen die Bedingungen unter denen etwa 300 Geflüchtete in dem Gebäude in Quarantäne gestellt wurden. Außerdem fordern die Demonstrant*innen eine dezentrale und menschenwürdige Unterbringung der Personen.

An der Kundgebung beteiligten sich etwa hundert Personen, die sich rund um einen Lautsprecher-Wagen sammelten. Im Verlauf der Versammlung wurden mehrere Redebeiträge gehalten. Unter anderem kamen zwei Bewohner des Quarantäne-Lagers in der Halle C zu Wort, die mittels Sprachnachrichten bzw. über ein Telefonat an die Demonstrant*innen sprechen konnten.

Nachdem die Kundgebung von den Veranstalter*innen aufgelöst wurde, zogen einige Personen zu jener Seite der Halle C weiter, an der sich die Geflüchteten in einem abgesperrten Außenbereich aufhalten können. Ursprünglich war die Demonstration an diesem Ort geplant, wurde von der Polizei allerdings untersagt, da sie laut eigener Aussage Unruhe in der Halle verhindern wollte.

Mit Parolen und Schildern drückten die Demonstrierenden ihre Solidarität mit jenen Personen aus, die in der Messe festgehalten werden. Manche von ihnen stimmten in die Parolen ein und reagierten mit Klatschen und Dankesrufen. Einige äußerten ihren Unmut über die Quarantäne und die österreichische Politik und beschrieben ihre derzeitige Lage als unfair und ungewiss.

Die Polizei versuchte die Demonstrierenden zum Verlassen der Ansammlung zu bewegen, scheiterte allerdings und ließ die Personen schließlich gewähren.

Die Ansammlung löste sich nach einiger Zeit von selbst auf. Beim Verlassen hinterließen einige Teilnehmer*innen ihre Demo-Schilder am Zaun des Messegeländes