Wien: Gegenprotest und FPÖ-Kundgebung gegen Corona-Maßnahmen (20.05.2020)

Am 20.05.2020 veranstaltete die FPÖ-Wien am Heldenplatz eine Kundgebung gegen den „Corona-Wahnsinn“. Die Kundgebung richtete sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung sowie gegen die gewählte Form der Unterstützung für Unternehmer. Etwa 500 Personen folgten dem Aufruf. Als Redner traten der Wiener Gastronom Heinz Pollischansky sowie der nicht amtsführende Wiener Stadtrat und Vizebürgermeister Dominik Nepp auf.
Unter den Teilnehmer_innen befanden sich einerseits zahlreiche FPÖ-Funktionär_innen – von Nationalratsangehörigen, über Bezirksrät_innen, bis hin zu Mitgliedern der Jugendorganisationen. Aber auch Gruppierungen, die nicht direkt der FPÖ angehören, zeigten Präsenz. Während vom Motorrad-Club „Final Dawn“ nur ein Mitglied mit einem Großen Reichsadler auf dem T-Shirt zur Kundgebung kam, waren die rechtsextremen „Identitären“ weitaus stärker vertreten. Etwa 20 Aktivisten dieser Gruppierung sammelten sich rund um ein eigens vorbereitetes Hochtransparent mit der Aufschrift „Heimatschutz statt Mundschutz“. Unter ihnen waren auch einige Mitglieder verschiedener Teilorganisationen der FPÖ. DarunterMitglieder des „Rings Freiheitlicher Studenten Wien“, des „Rings Freiheitlicher Jugend Wien“ sowie der Donaustädter FPÖ-Bezirksrat Robert Podany. Die freiheitlichen Wiener Gemeinderatsabgeordneten Leo Kohlbauer und Michael Niegl begaben sich ebenfalls unter die „Identitären“, um gemeinsam für Fotos zu posieren. Auch mehrere deutschnationale Burschenschafter, unter anderen der B! Olympia, B! Teutonia und B! Albia, befanden sich in Mitten der rechtsextremen „Identitären“.

Gegenüber Journalist_innen verhielten sich einzelne Teilnehmer_innen der Kundgebung aggressiv bis übergriffig. Mehrmals wurden Fotograf_innen homofeindlich beschimpft, bedrängt und ihnen auf die Kamera geschlagen. Mit Regenschirmen versuchten „Identitäre“ zudem, das Fotografieren zu erschweren, verfolgten Fotojournalist_innen und schränkten deren Bewegungsfreiheit auf der Kundgebung ein.

Ebenfalls am Heldenplatz fand eine antifaschistische Gegenkundgebung statt. Sie sammelte sich vor der Krypta und wurde durch ein großes Polizeiaufgebot von der FPÖ-Demo abgeschirmt. Etwa 150-200 Personen nahmen daran teil.